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25Jul

UNICBLUE im Interview zur Integration von Geflüchteten durch Arbeit

Vivien Przechowski, Mitglied der Geschäftsleitung, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

gl

Als die Flüchtlingszüge nach Deutschland kamen, sah manch ein Manager darin die Lösung des Fachkräftemangels. Doch so einfach ist das nicht.

"Bei Unicblue, einem Dienstleister, der Firmen vom Messeauftritt bis hin zur Markenstrategie unterstützt, sind sie schon etwas weiter: Die Agentur mit 75Mitarbeitern hat bereits im vergangenen August drei Flüchtlingen aus Eritrea und Guinea einen Ausbildungsplatz gegeben. Zwei lernen in der Werkstatt in Gelsenkirchen den Beruf des Schreiners, einer im Büro den des Kommunikations- und Marketingkaufmanns. Der erste Arbeitstag laut Vertrag fiel auf einen Samstag. Punkt sieben Uhr standen die drei vor der Tür, ein Mitarbeiter entdeckte sie später zufällig und sagte ihnen, dass sie erst am Montag anfangen. Vivien Przechowski, die sich in dem Familienunternehmen ums Personal kümmert, erzählt dies, um zu zeigen, welche Missverständnisse im Alltag lauern. Aber auch, wie engagiert die drei sind.

Przechowski ist jemand, der die Dinge anpackt, ohne viele Worte zu machen. Auf viele Fragen, die andere Unternehmer zögern lässt, hat sie pragmatische Antworten gefunden: Die mangelnden Deutschkenntnisse? Eine Lehrerin komme zwei Mal in der Woche. Die Kosten dafür fielen kaum ins Gewicht. Der unsichere Aufenthaltsstatus? Den schieben sie weg. Immerhin, mit dem neuen Integrationsgesetz sind sie für die Dauer der Ausbildung sowie für zwei weitere Jahre, sofern sie einen Job haben, vor einer Abschiebung geschützt. Der zusätzliche Papierkram? Dazu hat sie sich Hilfe gesucht. Die Diakonie helfe bei den Hausaufgaben und Behördengängen.

Ein einziges Mal hat Przechowski einen der Azubis ins Jobcenter begleitet - und war, wie sie sagt, schockiert darüber, dass dort ein ganz anderer Geist herrschte. Das Jobcenter wollte ihr dann auch noch weismachen, dass es einen viel besseren Bewerber für die Lehrstelle gebe: "Einen eloquenten Deutschen, der nach 18 Semestern sein Jurastudium kurz vor seinem Examen hingeschmissen hatte, weil er gemerkt hat, dass es ihm zu stressig ist." Diese Haltung, einem mit Einwänden zu kommen, statt sich zu freuen, dass sich ein Unternehmen engagiert, das habe sie geärgert." - Süddeutsche Zeitung, 24.07.2016

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